H.265/HEVC vs. AV1: Der nächste Schritt bei der Videokompression
AV1 gilt als der effizienteste breit verfügbare Video-Codec und wird von großen Streaming-Diensten zunehmend eingesetzt. Für IPTV ist die praktische Relevanz 2026 noch begrenzter als bei H.265 — dieser Vergleich ordnet ein, warum.
AV1 ist ein neuerer, lizenzkostenfreier Video-Codec mit noch höherer Kompressionseffizienz als H.265/HEVC — bei gleicher Bildqualität wird noch weniger Bandbreite benötigt. Der Haken: AV1-Dekodierung setzt mehr Rechenleistung beziehungsweise dedizierte Hardware voraus, und die Unterstützung auf älteren IPTV-Streaming-Geräten ist Stand August 2026 uneinheitlich, während H.265 breit etabliert ist. Wie bei jedem Codec entscheidet der Anbieter, nicht der Nutzer, welches Format ein konkreter Stream nutzt.
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| Kategorie | H.265 (HEVC) | AV1 |
|---|---|---|
| Lizenzmodell | Lizenzkostenpflichtig für Hersteller | Lizenzkostenfrei |
| Kompressionseffizienz bei gleicher Bildqualität | Hoch | Noch höher |
| Geräteunterstützung bei IPTV-Streaming-Geräten (Aug. 2026) | Breit etabliert | Uneinheitlich, aber wachsend |
| Benötigte Rechenleistung zum Dekodieren | Geringer | Höher, teils dedizierte Hardware nötig |
| Verbreitung bei klassischen IPTV-Anbietern | Weit verbreitet | Bislang selten |
Zwei Generationen der Kompressionseffizienz
H.265/HEVC hat sich in den vergangenen Jahren als der Codec etabliert, der bei gleicher Bildqualität deutlich weniger Bandbreite als H.264 benötigt. AV1 geht noch einen Schritt weiter und erreicht bei gleicher Bildqualität eine noch höhere Kompressionseffizienz — mit dem Effekt, dass ein AV1-Stream bei identischer Bitrate tendenziell schärfer wirkt als derselbe Inhalt in H.265.
- AV1
- Ein neuerer, lizenzkostenfreier Video-Codec mit noch höherer Kompressionseffizienz als H.265. Die Unterstützung auf älteren Streaming-Geräten ist uneinheitlich, da AV1-Dekodierung mehr Rechenleistung beziehungsweise dedizierte Hardware voraussetzt.
Warum AV1 lizenzkostenfrei ist und was das bedeutet
Anders als H.264 und H.265, für deren Nutzung Hersteller Lizenzgebühren an einen Patent-Pool zahlen, ist AV1 von der Allianz for Open Media als lizenzkostenfreier Codec entwickelt worden. Das senkt die Kosten für Gerätehersteller und große Streaming-Anbieter, hat aber keinen direkten Einfluss darauf, ob Ihr eigenes IPTV-Abonnement AV1 tatsächlich nutzt — das bleibt weiterhin die Entscheidung des jeweiligen Anbieters.
Geräteunterstützung als der praktisch entscheidende Punkt
Der wichtigste Unterschied für IPTV-Nutzer liegt weniger in der Kompressionstheorie als in der Hardware: AV1-Dekodierung benötigt mehr Rechenleistung oder einen dedizierten Decoder-Chip, den nicht jedes ältere Streaming-Gerät besitzt. H.265-Hardware-Unterstützung ist dagegen inzwischen deutlich breiter etabliert. Klassische IPTV-Anbieter setzen 2026 noch überwiegend auf H.264 oder H.265 für Live-Kanäle, AV1 kommt bislang seltener zum Einsatz als bei großen VOD-Streaming-Diensten.
H.265 bleibt relevant, wenn Sie …
- ein älteres oder mittleres Streaming-Gerät ohne AV1-Hardware-Decoder nutzen
- hauptsächlich klassische Live-IPTV-Kanäle streamen
AV1 wird interessant, wenn Sie …
- ein sehr aktuelles Streaming-Gerät mit AV1-Hardware-Unterstützung besitzen
- möglichst zukunftssicher in Bandbreiteneffizienz investieren möchten
Unser Fazit
Für die meisten IPTV-Nutzer bleibt H.265 2026 der relevantere Codec, weil er breiter unterstützt wird und die meisten klassischen Anbieter weiterhin darauf setzen. AV1 ist technisch das effizientere Format und wird auf lange Sicht an Bedeutung gewinnen, setzt aber ein entsprechend leistungsfähiges oder AV1-fähiges Streaming-Gerät voraus, um den Vorteil tatsächlich zu nutzen.
Häufige Fragen
Technisch komprimiert AV1 bei gleicher Bildqualität noch effizienter als H.265. Praktisch entscheidet aber vor allem, ob Ihr Streaming-Gerät AV1 in Hardware dekodieren kann — sonst bringt die höhere Effizienz keinen Vorteil.
Bislang eher selten — die meisten klassischen IPTV-Anbieter setzen 2026 weiterhin überwiegend auf H.264 oder H.265 für Live-Kanäle. AV1 ist vor allem bei großen VOD-Streaming-Diensten stärker verbreitet.
AV1 wurde von der Allianz for Open Media bewusst als lizenzkostenfreier Codec entwickelt, um Gerätehersteller und Streaming-Anbieter von Patentgebühren zu entlasten, die bei H.264 und H.265 anfallen.
Für eine flüssige Wiedergabe idealerweise ja — ein dedizierter AV1-Decoder-Chip. Ohne diesen muss das Gerät AV1 softwareseitig dekodieren, was bei schwächerer Hardware zu Rucklern führen kann.
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